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Erika Mayr

Seit vielen Jahren verbringe ich die meiste Zeit in der Stadt, obwohl es mich eigentlich sehr stark zur Natur hin zieht. Es gab immer diesen Zwiespalt in meinem Leben.

Seit gut 15 Jahren beschäftige ich mich mit Bienen und seit 10 Jahren betreue ich eigene Bienenvölker. Das Glück, den Bienen begegnet zu sein, ist für mich unermesslich. Mein Leben hat durch sie angefangen zu summen. Sie sind für mich ein Symbol für Freiheit und zeigen gleichzeitig Grenzen auf. Sie gestalten Räume. Sie sind so unbefangen, wenn man ihr Treiben beobachtet; sie haben jedoch ein bestimmtes Ziel (das Überleben des Stocks), das sie mit grosser Ausdauer und Kraft verfolgen. Der Wert von Honigbienen ist für uns Menschen und unsere Umwelt unschätzbar hoch. Wir ernten ihren Honig und wissen wie wertvoll er ist. Die Hauptaufgabe der Bienen liegt jedoch jenseits dieses Horizonts. Den Wert der Bestäubungsleistung können wir kaum fassen.

Vernetzen & bestäuben ist eine meiner Hauptaufgaben in der Imkerei. Dafür zeige ich vielen Menschen meine Bienenstände und erzähle vom Wesen der Bienenvölker. Der Honig ist für mich ein Geschenk für die Pflege im Laufe des Jahres. Die Vielfalt des Geschmacks von Frühling bis zum Hochsommer, je nach Bienenstandort und Witterung, fasziniert mich jedes Jahr.

Der „Summgeist“ (Pfarrer Gerstung) als ständiger Begleiter. Mich mit dem Bien zu synchronisieren – soweit mir das möglich ist – ist meine grösste Leidenschaft… „let the bees tell you“ hat Bruder Adam einmal gesagt. Für ihn als Bienenzüchter hatte der Satz bestimmt eine andere Bedeutung.

Oft werden Dachstandorte für Bienenvölker als nicht bienenfreundlich angesehen. Meinen Bienenvölkern geht es – meines Erachtens – gut auf den Dächern. Ich lasse sie dort in Ruhe ein- und ausfliegen, sie stören die Nachbarn nicht, die sie garnicht sehen können; sie fliegen direkt in die Bäume und tauchen nie im Fußgängerbereich auf. Sie leben praktisch in einer Parallelwelt.
Die Stunden, die ich auf dem Dach mit ihnen verbringe, passieren auch in einer Parallelwelt.

Meine Freundin Diane hat dieser Stimmung (Wüste) ein Gedicht gewidmet:

It’s thirty-six degrees. A dry desert sun burns the roof.

From up here the vast empty ground seems endless.

The heat and the wind touch my skin.

I open a door,

the background noise of the city fades away.

With my eyes closed I see an ocean of weightless light rays

– dancing, floating –

I trust my body.

I’m here.

Gedicht aus dem Buch „Oben“ von Diane Vincent